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NIST-Rückführbarkeit und MIL-STD-45662A

Kalibrierkörper mit Zertifikat für Ultraschall-Dickenmessgeräte

Rückführbarkeit ist eine Eigenschaft des Messergebnisses, kein Siegel am Gerät. Und die Militärnorm, die viele Leistungsverzeichnisse noch zitieren, ist längst zurückgezogen.

  • ✓ VIM-Definition: dokumentierte, ununterbrochene Kette von Kalibrierungen
  • ✓ NIST bescheinigt keine Rückführbarkeit von Messungen, die es nicht selbst durchführt
  • ✓ MIL-STD-45662A, Rev. A von 1988: zurückgezogen
  • ✓ Aktuelle Regelwerke: ANSI/NCSL Z540-1 (dann Z540.3), ISO 10012, ISO/IEC 17025

Auf Kalibrierzertifikaten steht häufig die Formel „NIST traceable“, und ebenso häufig verweisen Leistungsverzeichnisse auf MIL-STD-45662A. Beide Formulierungen verdienen eine Prüfung, denn keine von beiden bedeutet heute das, was ihre Verfasser gewöhnlich meinen.

Beginnen wir mit der Definition. Nach dem VIM, dem internationalen Wörterbuch der Metrologie, ist die metrologische Rückführbarkeit die “property of a measurement result whereby the result can be related to a reference through a documented unbroken chain of calibrations, each contributing to the measurement uncertainty”: die „Eigenschaft eines Messergebnisses, durch eine dokumentierte, ununterbrochene Kette von Kalibrierungen auf eine Bezugsgröße bezogen werden zu können, wobei jede Kalibrierung zur Messunsicherheit beiträgt“.

Das NIST selbst ist in zwei Punkten eindeutig. Erstens: “NIST does not define, specify, assure, or certify metrological traceability of the results of measurements except those that NIST itself provides”, also „das NIST definiert, spezifiziert, gewährleistet und bescheinigt die metrologische Rückführbarkeit von Messergebnissen nicht, außer bei jenen, die das NIST selbst liefert“. Zweitens: “traceability is the property of the result of a measurement, not of an instrument or calibration report or laboratory”, das heißt „Rückführbarkeit ist eine Eigenschaft des Ergebnisses einer Messung, nicht eines Geräts, eines Kalibrierscheins oder eines Laboratoriums“.

MIL-STD-45662A: was geschehen ist

ElementAngabe
DokumentMILITARY STANDARD: CALIBRATION SYSTEM REQUIREMENTS, DoD
RevisionRev. A, 1. August 1988
StatusZurückgezogen, gekennzeichnet als ersetzt durch ISO 10012-1 und ANSI Z540-1
Datum der AblösungAngabe vom 20. Januar 1995, aus einer einzelnen Quelle
Aktuelle RegelwerkeANSI/NCSL Z540-1 (dann Z540.3), ISO 10012, ISO/IEC 17025

Was heute in ein Leistungsverzeichnis gehört

Kalibrier- und Überprüfungsverfahren eines Ultraschallgeräts

Wir halten es für richtig, das offen zu sagen: MIL-STD-45662A ist zurückgezogen. Revision A trägt das Datum 1. August 1988 und ist als ersetzt durch ISO 10012-1 und ANSI Z540-1 gekennzeichnet; die Angabe einer Ablösung zum 20. Januar 1995 stammt aus einer einzigen Quelle, und wir geben sie als solche wieder, nicht als gesicherte Tatsache. Sie weiterhin in einer Beschaffungsspezifikation zu zitieren, heißt Konformität mit einem Dokument zu fordern, das nicht mehr in Kraft ist.

Die aktuellen Regelwerke für Kalibriersysteme sind ANSI/NCSL Z540-1 und die nachfolgende Z540.3, ISO 10012 sowie, für die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien, ISO/IEC 17025. Auf diese sollte man verweisen, wenn eine neue Anforderung formuliert wird.

Was die Formel „NIST traceable“ betrifft, ist die praktische Folge der beiden oben zitierten Erklärungen einfach: Was ein Zertifikat belastbar macht, ist nicht der Name eines Instituts auf dem Deckblatt, sondern die dokumentierte Kette von Kalibrierungen und die angegebene Messunsicherheit. Unsere Dienstleistung ist auf der Seite Kalibrierung und Justierung beschrieben.

Empfohlene Geräte

ElementEinsatz
KalibrierkörperPhysikalische Bezugsgröße für die Überprüfung der Messkette
PräzisionsprüfköpfePrüfköpfe für Überprüfungen mit hoher Genauigkeit
DakMasterDatenverwaltung und Erstellung der Messdokumentation
Dakota PMX2-DLUniverselles Präzisionsmessgerät mit Datenlogger

Häufige Fragen

Ist MIL-STD-45662A noch in Kraft?

Nein. Revision A vom 1. August 1988 ist zurückgezogen und als ersetzt durch ISO 10012-1 und ANSI Z540-1 gekennzeichnet. Zudem gibt es eine Angabe zur Ablösung zum 20. Januar 1995, die wir als Angabe aus einer einzelnen Quelle wiedergeben.

Auf welche Regelwerke ist stattdessen zu verweisen?

Auf die aktuellen Regelwerke für Kalibriersysteme: ANSI/NCSL Z540-1 und die nachfolgende Z540.3, ISO 10012 sowie, für die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien, ISO/IEC 17025.

Was bedeutet „NIST traceable“ wirklich?

Das NIST erklärt, die metrologische Rückführbarkeit von Messergebnissen weder zu definieren noch zu spezifizieren, zu gewährleisten oder zu bescheinigen, außer bei jenen, die es selbst liefert, und stellt klar, dass Rückführbarkeit eine Eigenschaft des Ergebnisses einer Messung ist, nicht eines Geräts, eines Kalibrierscheins oder eines Laboratoriums.

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