Unter den Merkmalen, die ein Einstiegsgerät von einem professionellen Dickenmessgerät unterscheiden, ist der interne Datenlogger eines der wichtigsten. Ein Messgerät mit Datenlogger kann Tausende von Messwerten mit jeweils eigener Kennung speichern und sie später für Auswertung und Berichtswesen auslesen. In diesem Beitrag sehen wir uns an, warum die elektronische Erfassung der Messwerte inzwischen der von den Industrienormen geforderte Standard ist und welche konkreten Vorteile sie gegenüber der handschriftlichen Erfassung bietet.

Schwächen der handschriftlichen Erfassung
Die handschriftliche Erfassung — der Prüfer liest den Wert vom Display ab und überträgt ihn auf ein Blatt Papier oder ein Tablet — hat bekannte Grenzen:
- Übertragungsfehler: Untersuchungen zeigen eine Fehlerquote von 1-3 % beim handschriftlichen Übertragen von Zahlenwerten
- Langsamkeit: jede Messung kostet zusätzlich 10-30 Sekunden für die handschriftliche Erfassung
- Mehrdeutigkeit: die Messstellen werden über wenig strukturierte Notizen identifiziert
- Umständliche Archivierung: die Papierbögen müssen nachträglich digitalisiert werden, mit weiterem Fehlerrisiko
- Fehlendes Signalbild: die handschriftliche Erfassung hält nur den Zahlenwert fest, nicht das zugehörige A-Bild
- Fehlende Nachweisbarkeit: es ist nicht nachvollziehbar, wann eine Messung tatsächlich aufgenommen wurde
- Schwieriger Zeitvergleich: eine Trendanalyse über Jahre handschriftlicher Daten ist praktisch unmöglich

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Was der elektronische Datenlogger leistet
Ein im Messgerät integrierter Datenlogger beseitigt diese Probleme und bietet:
- Automatische Erfassung: jede Messung wird auf Tastendruck gespeichert, ohne Übertragen
- Strukturierte Kennzeichnung: die Messwerte sind in alphanumerischen Rastern oder nummerierten Folgen mit eindeutiger Kennung organisiert
- Automatischer Zeitstempel: jede Messung trägt Datum und Uhrzeit aus der internen Uhr
- Speicherung des Signalbilds: bei den Dakota Geräten der Reihen CMX und FX wird das vollständige A-Bild als Nachweis zusammen mit dem Zahlenwert gespeichert
- Keine Übertragungsfehler: der digitale Wert geht direkt vom Prüfkopf über das Gerät in die Software
- Schnelles Auslesen am PC über USB oder Bluetooth
- Datenintegrität: der interne Speicher lässt sich nicht ohne Weiteres verändern
Speicherkapazität der Dakota Geräte
| Gerät | Kapazität des Datenloggers | A-Bild-Speicherung |
|---|---|---|
| CX8-DL | 100.000 Messwerte in 1.000 Dateien | Nein |
| ZX5-DL / ZX6-DL | 40 Dateien zu je 250 Messwerten | Nein |
| MX1-DL / MX2-DL | 4 GB | Ja (mit Signalbild) |
| CMX1-DL / CMX2-DL / CMX3-DL | 4 GB | Ja (mit A-Bild) |
| CMX10-DL | 4 GB mit Full Wave Capture | Ja (vollständige Wellenform) |
| PMX2-DL / PMX3-DL | 4 GB | Ja |
| FX70-DL / FX71-DL | 4 GB intern | Ja (A-/B-Bild) |
| FX81-DL | 4 GB + SD 64 GB | Ja (A-/B-Bild) |
| BT1-DL / BT2-DL | 4 GB | Ja |
Angaben nach den offiziellen Datenblättern von Dakota NDT. Alle Geräte der Reihe „-DL“ (Data Logger) verfügen über elektronische Speicherung.
Zusammenspiel mit DakMaster™

Seinen vollen Wert entfaltet der interne Datenlogger im Zusammenspiel mit der Software DakMaster™. Der typische Ablauf ist:
- Messkampagne mit automatischer Speicherung im Datenlogger
- Anschluss des Geräts an den PC nach Abschluss der Kampagne (USB oder Bluetooth)
- Automatisches Auslesen der Daten nach DakMaster™
- Gliederung in einer Projektstruktur (Kunde, Anlagenteil, CML)
- Auswertung: Histogramme, Statistiken, Vergleich mit der Baseline
- Erstellung professioneller Berichte aus vorbereiteten Vorlagen
- Export nach Excel, CSV und PDF zur Einbindung in betriebliche Systeme
Normative Anforderungen

Viele Industrienormen verlangen ausdrücklich die strukturierte Archivierung der NDT-Messwerte:
- API 570 und API 653: verlangen die Nachverfolgbarkeit der Messwerte je CML mit Möglichkeit zur Trendanalyse
- ASME PCC-1: verlangt die Dokumentation der Vorspannung jeder angezogenen Schraube
- AWS D1.1: verlangt die Speicherung des A-Bilds als Nachweis des aufgenommenen Signals
- EN 4179 / NAS 410 für die Luft- und Raumfahrt: vollständige Nachverfolgbarkeit
- NADCAP: Anforderungen an die Qualifizierung der Systeme zur Verwaltung von NDT-Daten
- ISO 9712: die Qualifizierung des Personals umfasst die Fähigkeit, strukturierte Berichte zu erstellen
Wirtschaftlichkeit des Datenloggers
Dakota gibt an, dass der durchschnittliche NDT-Prüfer bis zu 30 % der Arbeitswoche für das Erstellen von Berichten aufwendet — eine offizielle Angabe aus dem Datenblatt von DakMaster™. Die Anschaffung eines Geräts mit Datenlogger amortisiert sich in der Regel binnen weniger Monate durch:
- geringeren Zeitaufwand für das Berichtswesen
- weniger Wiederholungseinsätze wegen fehlender oder fehlerhafter Daten
- höhere Akzeptanz der Berichte beim Auftraggeber
- die Möglichkeit, sich an Ausschreibungen mit anspruchsvollen Berichtsanforderungen zu beteiligen
- weniger Streitfälle wegen angefochtener Daten
Für eine Einschätzung, welche Datenlogger-Lösung zu Ihrer Prüftätigkeit passt, wenden Sie sich an unser technisches Büro.

