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EN 1090 und tragende Verbindungen

Messung an Bauteilen des Stahlbaus

Im Stahlbau ist das Vorspannen der Schrauben kein Montagedetail: Es ist eine Ausführungsanforderung, und die Norm gibt an, mit welchen Verfahren es erreicht werden kann.

  • EN 1090-2:2018 (+A1:2024), technische Anforderungen an Stahltragwerke
  • Abschnitt 8 behandelt die Schraubverbindungen
  • Vier Vorspannverfahren, von den herangezogenen Quellen bestätigt
  • Kein auf Dehnung beruhendes Verfahren in den von uns geprüften Quellen genannt

Die EN 1090-2 ist die Ausführungsnorm für Stahltragwerke. Der vollständige Titel des Teils 2 lautet “Execution of steel structures and aluminium structures — Part 2: Technical requirements for steel structures”, also „Ausführung von Stahltragwerken und Aluminiumtragwerken — Teil 2: Technische Regeln für die Ausführung von Stahltragwerken“. Die Bezugsausgabe ist die von 2018, ergänzt durch die Änderung A1 von 2024.

Wenn Ihr Interesse den Schraubverbindungen gilt, ist der zu lesende Abschnitt der Abschnitt 8, der den Schraubverbindungen gewidmet ist. Dort behandelt die Norm das Thema der Vorspannung: jene Zugkraft, die beim Anziehen in den Schaft der Schraube eingebracht werden soll und die das Verhalten der Verbindung unter Gebrauchslast bestimmt, insbesondere bei gleitfesten Scherverbindungen.

Die praktisch entscheidende Unterscheidung liegt zwischen lediglich angezogenen und vorgespannten Schrauben. Im zweiten Fall ist der Wert der Vorspannung eine Bemessungsgröße, und der Monteur muss nachweisen können, dass er sie erreicht hat: daher der Bedarf an definierten und nachprüfbaren Verfahren, die die Norm aufzählt.

Die vier Vorspannverfahren

VerfahrenPrinzip
DrehmomentverfahrenDie Vorspannung wird durch Aufbringen eines festgelegten Anziehdrehmoments erreicht
Kombiniertes VerfahrenAnfangsdrehmoment, gefolgt von einer kontrollierten Weiterdrehung
HRC-VerfahrenEinsatz von Schrauben mit Anziehkontrolle, deren Ende abschert
Verfahren mit direkter Kraftanzeige (DTI)Anzeigescheiben, die das Erreichen der Vorspannung signalisieren
Normative BezugsangabeEN 1090-2:2018 (+A1:2024), Abschnitt 8, Schraubverbindungen

Was die herangezogenen Quellen sagen und was nicht

Gerät für die Messung der Schraubendehnung

Die von uns geprüften Quellen — das amtliche Inhaltsverzeichnis der Norm und die technische Fachdokumentation — bestätigen die vier oben aufgeführten Vorspannverfahren: Drehmoment, kombiniert, HRC und direkte Kraftanzeige.

Ebenso deutlich möchten wir sagen, was dieselben Quellen nicht berichten: Keine von beiden nennt Vorspannverfahren, die auf der Messung der Schraubendehnung beruhen, noch Ultraschallverfahren. Wir behaupten daher nicht, dass die EN 1090-2 sie vorsieht. Wer den Einsatz einer solchen Technik an einem der Norm unterliegenden Tragwerk beurteilen muss, hat ihre Zulässigkeit am geltenden Text zu prüfen und in der Ausführungsdokumentation zu vereinbaren.

Die Ultraschallmessung der Dehnung bleibt in jedem Fall ein eigenständiges Prüfverfahren, das in anderen industriellen Zusammenhängen weit verbreitet ist, wo die tatsächlich in einer Schraube vorhandene Last statt des aufgebrachten Drehmoments bekannt sein muss.

Empfohlene Geräte

GerätEinsatz
Dakota BT1-DLTragbares Schraubenvorspannungs-Messgerät für den Einsatz auf der Baustelle
Dakota BT2-DLTischversion für Versuche und Charakterisierung in der Werkstatt
Dakota MultiMaxFernüberwachung auf vier Kanälen
MultiUIKonfiguration und Überwachung des MultiMax-Systems

Häufige Fragen

Welcher Teil der EN 1090 betrifft Stahltragwerke?

Teil 2 mit dem Titel Execution of steel structures and aluminium structures — Part 2: Technical requirements for steel structures. Die Bezugsausgabe ist die von 2018, ergänzt durch die Änderung A1 von 2024.

Welche Vorspannverfahren sind vorgesehen?

Die herangezogenen Quellen bestätigen vier Verfahren: das Drehmomentverfahren, das kombinierte Verfahren, das HRC-Verfahren und das Verfahren mit direkter Kraftanzeige (DTI). Das Thema wird in Abschnitt 8 der Norm behandelt.

Lässt die EN 1090-2 die Ultraschallmessung der Dehnung zu?

Die von uns herangezogenen Quellen nennen keine auf Dehnung beruhenden oder Ultraschall-Vorspannverfahren, und wir sagen das lieber offen, als es zu vermuten. Ein solcher Einsatz ist am geltenden Text der Norm zu prüfen und in der Ausführungsdokumentation zu vereinbaren.

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